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Wild, ungezähmt, einzigartig!

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Everglades – Flüsternde Gräser im glitzernden Wasser

Der Everglades Nationalpark, ein nur 15 Zentimeter tiefes und 60 Kilometer endloses Flusslabyrinth, beherbergt zahllose Alligatoren, Mangroven und seltene Vögel. Besucher erwarten spektakuläre Landschaften, Airboat-Touren und Wanderwege. Doch Klimawandel und Eingriffe des Menschen bedrohen das fragile Gebiet. Hier findet ihr viele Informationen, Einblicke in Flora, Fauna, Geschichte und Gefahren sowie wertvolle Besuchertipps.

Die Everglades – Das Wichtigste in Kürze

  • Einzigartiges Ökosystem – Die Everglades sind das größte subtropische Feuchtgebiet Nordamerikas mit einer beeindruckenden Tierwelt.
  • Beste Reisezeit – November bis April bietet angenehmes Wetter und beste Bedingungen zur Tierbeobachtung.
  • Einfache Erreichbarkeit – Nur 30 bis 60 Minuten von Miami, ideal für Tagesausflüge.
  • Vielfältige Aktivitäten – Airboat-Touren, Wanderwege, Kajakfahren und Wildlife-Beobachtung.
  • Eintrittspreise – 35 USD pro Fahrzeug, Ticket gilt 7 Tage.

Informationen & Routenplaner

Größe6104 km²
CountyCollier County Monroe & Miami Dade County
Koordinaten25° 43′ 80° 35′ W
Vorwahl+1305
InfosErnest F. Coe Visitor Center

Der perfekte Tag in den Everglades

Everglade City

Bevor wir uns in die Ruhe und scheinbare Unendlichkeit der Everglades, dem Namen nach ins „klare Wasser“ stürzen, müssen wir uns besonders in den Sommermonaten gut gegen Moskitos schützen. Als Reisezeit empfiehlt sich aber besser die Winter- bzw. sogenannte trockene Zeit.

Im Royal Palm Visitor Center beginnen wir unsere Tour mit einem kleinen Spaziergang über den eine halbe Meile langen Anhinga Trail. Ein Ranger hilft uns dabei, die bemerkenswerte Vogelwelt zu entdecken, darunter der nach dem Weg benannte langschnabelige Schlangenhalsvogel. Auch können schließen wir hier schon mal erste Bekanntschaft mit den gefährlichen Alligatoren, die wir später noch vertiefen werden.

Nach dieser im wahrsten Sinne des Wortes aussichtreichen Tour fahren wir mit dem Auto in Richtung Flamingo. Erste Station ist nach etwa sieben Meilen der eine dreiviertel Meile lange Pineland Trail, den wir im stop-and-walk-Gang erkunden. Am Mahogany Hammock schauen wir uns den größten lebenden Mahagoniebaum der USA an.

Auf einem der zahlreichen Picknickplätze packen wir unsere Cooler aus. Während wir tiefgekühlte Limonade und Sandwiches genießen, lauschen wir dem Gepiepse, Gezierpe und Gequake der Reiher, Frösche und unzähligen anderen Tierarten, das umhüllt vom sanften Rauschen der Schneidebinsen und Zypressen den unverkennbaren „Everglades-Sound“ ergibt.

Nach dem Lunch unternehmen wir eine Airboottour, die in dem ganzen Gebiet angeboten wird. Mit etwas Glück unterhält uns der Kapitän mit einer beeindruckenden Fütterung der Raubtiere, sprich Alligatoren, die am liebsten Marshmallows verdrücken. Dass der Einheimische da gern seine Finger, Hände und ganzen Arme aufs Spiel setzt, trügt, ist aber zumindest sehr aufregend – vor allem für Kinder.

Am Abend können wir noch den traumhaften Sonnenuntergang über der Zufahrtsstraße des Pa-hay-okee Aussichtspunktes genießen, bevor wir uns in Everglades City Alligatorenschwänze oder Froschschenkel schmecken lassen.

Der Everglades National Park

Das größte subtropische Feuchtegebiet Nordamerikas und ein einzigartiges Naturschauspiel ist ein sechzig Kilometer breiter und nur fünfzehn Zentimeter tiefer Fluss, der gemächlich und in kaum erkennbarer Bewegung mit nur einem Meter pro Stunde mehr vor sich hin siecht als dass er strömt und fließt. Die Everglades, bestehend aus Ever (endlose Weite) und -glades (mit Gräsern und Binsen bestandene offene Flächen ) werden auch Grasfluss genannt. Das Gebiet des Marschlandes reicht vom Lake Okeechobee im Norden bis zu den Then Tausend Islands im Süden.

Geologische Beschaffenheit

Entstanden ist die Sumpflandschaft durch die geologische Beschaffenheit Floridas mit ihrem spezifischen Klima. Der Süden Floridas setzt sich aus einer Platte porösen Kalksteins zusammen. Diese neigt sich nur ganz leicht nach Süden zum Golf von Mexiko hin. Die größte Vertiefung dieser Kalksteinplatte stellt der Lake Okeechobee dar, ein See, der mit etwa 1800 Quadratkilometern ungefähr dreimal so groß ist wie der Bodensee. Da der Höhenunterschied zwischen Okeechobee und dem Golf von Mexiko nur circa fünf Meter beträgt und der höchste natürliche Punkt im Nationalpark nur 2,4 Meter über dem Meeresspiegel liegt, benötigt das Wasser etwa ein Jahr, bis es nach 160 km im Meer ankommt.

Von Mai bis Oktober läuft der See während der Regenzeit über, die schon mal bis zu 1200 Liter pro Quadratmeter Wasser bringen kann. Da der Wasserdruck aufgrund der geringen Neigung der Erdoberfläche sehr niedrig ist, schafft es das Gewässer nicht, ein Flussbett zu graben und überschwemmt das Land regelmäßig ein paar Zentimeter. In der Trockenzeit trocknen die Everglades dann aus und es steigt die Gefahr von Buschfeuern.

Aufteilung der Everglades

Im Jahr 1947 wurden die Everglades zum Nationalpark erklärt. Seit 1979 gehören sie zum Weltnaturerbe der Unesco, die sie zur „International Biosphere Reserve“ ernannt hat. Etwa die Hälfte der ursprünglichen Fläche der Everglades wird heute landwirtschaftlich genutzt, die andere Hälfte gehört zum größten Teil zum Nationalparks und zu den angrenzenden Naturschutzgebieten.

Der Nationalpark umfasst mit dem südlichen Teil nur etwa zwanzig Prozent  der ursprünglichen Feuchtgebiete. Die einzige Straßenverbindung in den Park führt von Florida City über die State Road SR 9336 rund sechzig Kilometer nach Flamingo im Südwesten. Außer dem Besucherzentrum und einiger anderer kleiner Einrichtungen im Park wurde die Ursprünglichkeit erhalten. Es gibt in Flamingo und an mehr als vierzig weiteren Plätzen Campingmöglichkeiten, deren Nutzung allerdings je nach Jahreszeit einen meist mehr als weniger intensiven Mückenschutz erfordern.

Auf den ausgebauten Wegen im Park lassen sich fernab jeglicher Zivilisationshektik die atemberaubende Natur und große Artenvielfalt an Tieren beobachten. Besonders bekannt für den Tierreichtum ist das Shark Valley. Von diesem Trail aus können aus nächster Nähe Alligatoren, Kormorane, Reiher, Anhingas, Fische und Schildkröten beobachtet werden.

Unaufhaltsam verloren gehendes Paradies

Die Marschlandschaft der Everglades, die immer wieder von kleinen Waldinseln durchsetzt und von natürlichen Kanälen umsäumt sind, gilt als eines der weltweit gefährdetsten Ökosysteme. Etwa die Hälfte der ursprünglichen Fläche der Everglades wird heute landwirtschaftlich genutzt, die andere Hälfte gehört zum größten Teil zum Nationalparks und zu den angrenzenden Naturschutzgebieten.

Wie alles begann

Als die Farmer, Rinderzüchter, Zuckerrohrbauern und all die anderen nach Florida strömenden Menschen das Land besiedelten, leiteten sie immer mehr Wasser aus den Everglades zu Ihrer Nutzung um. Hinzu kommen landwirtschaftliche Abwässer, besonders die des kubanischen Zuckerrohranbaus, die den Phosphatgehalt des Wassers steigerten und damit das Riedgraswachstum gefährdeten.

Anfang des 20. Jahrhunderts läutete der damalige Gouverneur Floridas mit dem verdächtig berühmten Namen Napoleon Bonaparte Broward einen der weltweit zerstörerischsten Eingriffe in die Natur ein: Er ließ den Caloosahatchee River umleiten und mit dem Lake Okeechobee verbinden. Um das Land urbar zu machen, wurden zudem hunderte von Kanälen durch die Sumpflandschaft gelegt und der See wurde eingedeicht. Damit wurde aus den unbewohnten Gebieten Ackerland. Zur Zeit der Errichtung des Nationalparks wurden zusätzliche Ländereien zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben.

Nierenversagen der Everglades

Das alles hat zu einer Verringerung der natürlichen Frischwasserzufuhr und zur ungenügenden natürlichen Schadstoffreinigung des Flusses geführt. Seine sogenannte „Nierenfunktion“ zur Schadstoffbeseitigung reichte nicht mehr aus und das ökologische Gleichgewicht wurde empfindlich gestört. Die lang anhaltende Trockenheit belastete zusammen mit den Bränden in den achtziger Jahren das Biotop zusätzlich.

Das Wasser der Everglades wird teilweise zur Trinkwassergewinnung für angrenzende Städte wie Miami genutzt. Die Feuchtegebiete reinigen den sogenannten Florida Aquifer, der als Grundwasserleiter die Trinkwasserversorgung sicherstellt. Er ist heute durch Verschmutzung und Austrockung ernsthaft gefährdet. Dazu kommen hohe Quecksilberwerte und leider auch das stark zurückgegangene Nisten der Sumpfvögel um bis zu neunzig Prozent seit den dreißiger Jahren.

Wachstum vor Naturschutz

Everglades Wald
Wildromantisch und verzaubernd strahlen die Everglades Ruhe aus, die nur durch Vogelgezwitscher ungestört wirkt.

Es gibt zahlreiche Umweltschützer, die sich für den Erhalt der Landschaft einsetzen wie einst die unermüdlich kämpfende Marjory Stoneman Duglas. Die immer noch akute und uneingeschränkte Landschaftserschließung lässt wenig Hoffnung aufkommen, dass sich das Blatt zum Guten wenden wird. Das empfindliche Ökosystem liegt direkt neben einer der am schnellsten wachsenden städtischen Regionen in den USA.

Während bereits im Jahr 2000 sechs Millionen Menschen in Florida lebten, ist bis heute die Kanalisation nur auf zwei Millionen Menschen ausgelegt. Aufgrund der immer teurer werdenden Ballungsregionen wie Miami ziehen sich einfache arme Menschen zurück aus den Großstädten und es entstehen östlich der Everglades neue Wohnsiedlungen. Inzwischen sind übrigens bereits die Hälfte der Sumpfgebiete vernichtet worden.

Weltnaturerbe bald enterbt?

Trotzdem die Everglades seit Ende der siebziger Jahre zum Weltnaturerbe der Unesco gehören, wurden sie 1993 wegen der zunehmenden Umweltverschmutzung durch Düngemittel und Quecksilber, durch die Trockenlegung der Umgebung sowie durch die Zerstörung durch Hurrikans wie Andrew oder Wilma als gefährdet eingestuft. Daher stehen sie heute auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Zwischen 2007 und 2010 wurde diese Einstufung kurzzeitig auf politische Initiative der damaligen US-Regierung aufgehoben, was Mitte 2010 wieder rückgängig gemacht wurde.

Geschichte der Everglades

Der spanische Seefahrer Juan Ponce de Leon aus Puerto Rico kam im Jahr 1513 aus dem Süden in die Everglades und entdeckte die Region, die er Florida nannte. Dabei traf er auf die Ureinwohner des Stammes der mächtigen Calusa-Indianer. Sie lebten schon über Jahrhunderte in diesem Gebiet. Ihre Behausungen waren Lehmhütten, sie ernährten sich von Pflanzen und Wassertieren und verehrten die Sonne als oberste Gottheit.

Die Seefahrer versuchten das Gebiet zu erobern und brachten dabei die Pocken ins Land. In der Mitte des 17. Jahrhunderts erlagen die Indianer der Seuche, während zur selben Zeit weiße Siedler in Alabama und Georgia die dort ansässigen Miccosukee und Creek-Indianer vertrieben. Die daraufhin in den Everglades Zuflucht findenden Indianer wurden Seminolen genannt.

Im Jahr 1821 kauften die USA den Spaniern für fünf Millionen Dollar Florida ab. Die Zahl der Siedler nahm zu und die Seminolen wurden immer mehr in den Süden Floridas verdrängt. Sie schlugen das Angebot der Regierung aus, in die Reservate nach Missouri, Louisiana und Arkansas umzusiedeln. So kämpften sie unter der Führung des bekannten Häuptlings Osceola sieben lange Jahre gegen die amerikanische Armee. Auch nach dem Begraben des Kriegsbeils im Jahr 1842 kam es in den Jahren darauf immer wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen. Nach einem Angriff von Hauptmann John Parkhill überlebten diese Unruhen 1857 nur noch etwa einhundert Frauen und Männer der Seminolen-Indianer.

Um die Jahrhundertwende herum begann man mit dem Straßen- und Eisenbahnbau im Süden Floridas. Dazu wurde Bauland ausgewiesen. Leider litt mit dem Einzug der Zivilisation erstmals – und zwar erheblich – das Ökosystem der Everglades. Millionen Reiher wurden wegen ihres prächtigen Federkleides getötet. Dank dem Protest der Naturschützer wurden schließlich Gesetze eingeführt, die das Wildern und Jagen in den Everglades verboten.

Die 1886 gegründete Audubon Society stellte zum Wahren der Gesetze Jagtaufseher ein. Die Namensgebung der Gesellschaft erfolgte nach James Audubon. Der Künstler hatte die wunderbare Marschlandwelt durch Zeichnungen und Kupferstiche von Vögeln und anderen Tieren festgehalten. 1928 wurden die Everglades zu einem Nationalpark gemacht und damit die Tropical Everglades National Park Assosiation gegründet.

Präsident Roosevelt unterzeichnete 1934 den Gesetzentwurf zur Gründung des Nationalparks. Aufgrund bürokratischer Hindernisse und durch den Ausbruch des zweiten Weltkriegs verzögerte sich aber die Eröffnung des Parks noch bis 1949. Mit der Begradigung vieler Wasserwege in der Zeit von 1947 bis 1983 geriet das ökologische Gleichgewicht ins Schwanken, an dessen Wiederherstellung noch heute zahlreiche Umweltingenieure tätig sind.

Videos zu den Everglades

Die Alligatoren der Everglades, GEO-Reportage
Eine Kanutour entlang des Wilderness Waterway Trails
Triff die Einwohner der Everglades National Park
Florida National Everglades Park Documentary
Das erstaunliche Ökosystem des Everglades National Park
Top 10 Things To Do In Everglades National Park, Florida

Häufig gestellte Fragen

Was ist das besondere an den Everglades?

Die Everglades sind ein einzigartiges Ökosystem in Florida und das größte subtropische Feuchtgebiet der USA. Das Besondere: Es ist ein langsam fließender „Fluss aus Gras“, Heimat von Alligatoren, Manatis, Panthern und Hunderten von Vogelarten. Die Flora und Fauna bietet eine atemberaubende Mischung aus Mangroven, Sumpfzypressen und Marschland. Besonders faszinierend sind die Airboat-Touren, mit denen Besucher das Labyrinth aus Wasserwegen erkunden können. Die Everglades sind nicht nur ein Unesco-Weltnaturerbe, sondern auch ein unverzichtbarer Wasserspeicher für Südflorida. Ein echtes Naturwunder für naturliebende Touristen am Fuße von Florida zwischen Westküste und Ostküste.

Wann ist die beste Zeit für die Everglades?

Die beste Reisezeit für die Everglades ist die Trockenzeit von November bis April. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Luftfeuchtigkeit niedrig und es gibt kaum Moskitos. Außerdem ist die Wildnis, wie Alligatoren und Vögel, besonders gut zu beobachten. In der Regenzeit von Mai–Oktober sind einige Wege überflutet, es ist heiß und schwül, und Mückenschutz ist ein Muss.

Wie lange sollte man für Everglades einplanen?

Für die Everglades sollte man mindestens einen halben Tag einplanen, ideal sind ein bis zwei Tage. Eine kurze Tour mit dem Airboat dauert etwa 1–2 Stunden. Wer Wanderwege, Aussichtspunkte und Wildlife-Beobachtungen genießen möchte, sollte mindestens 4–6 Stunden einplanen. Für eine intensive Erkundung mit Kajak-Touren oder Camping lohnen sich ein bis zwei Tage.

Was kostet der Eintritt in die Everglades?

Der Eintritt des Everglades Nationalparks kostet 35 USD pro Fahrzeug, 30 USD pro Motorrad und 20 USD pro Besucher (zu Fuß oder Fahrrad). Das Ticket ist 7 Tage gültig. Jahrespässe gibt es für 70 USD. Für Airboat-Touren oder eine geführte Tour muss man mit 30 bis 80 USD pro Person rechnen. Preise können je nach Anbieter variieren.

Wie weit sind die Everglades von Miami entfernt?

Die Everglades sind nur ca. 30 bis 60 Minuten von Miami entfernt, je nach Eingang. Zum Shark Valley Visitor Center sind es rund 40 Meilen (64 km), zum Ernest F. Coe Visitor Center etwa 50 Meilen (80 km). Die schnellste Route führt über den Tamiami Trail (US 41) oder die Florida State Road 9336.

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