Fort Myers & Fort Myers Beach | Sonnenanbeter & Erfinder
Fort Myers verbindet historischen Charme mit tropischem Flair. Florido führt euch durch Stadt am Caloosahatchee River mit ihrer entspannten Atmosphäre oder den berühmten Winterresidenzen von Edison und Ford. Fort Myers Beach erholt sich noch von Hurrikan Ian, doch die traumhaften Strände und das warme Golfwasser zeigen: Das Lebensgefühl hier lässt sich nicht unterkriegen!
Fort Myers – Das Wichtigste in Kürze
- Erholung am Golf von Mexiko – Breite, weiße Sandstrände und warmes Wasser laden zum Entspannen ein.
- Beste Reisezeit – November bis April mit angenehmen Temperaturen und wenig Regen.
- Natur & Tierwelt – Perfekt für Delfinbeobachtungen, Kajaktouren und Sonnenuntergänge direkt am Strand.
- Nach Hurrikan Ian – Viele Bereiche sind noch im Wiederaufbau, aber erste Restaurants, Geschäfte und Unterkünfte haben wieder geöffnet.
- Ausflüge & Umgebung – Sanibel & Captiva Island sowie Lovers Key State Park sind beliebte Ziele für Naturliebhaber und Strandfans.
Informationen & Routenplaner
Größe | 126,9 / 15,9 km² |
Einwohner | 95.000 /5600 (Stand 2023) |
County | Lee County |
Koordinaten | 26° 38′ 81° 51′ W |
Vorwahl | +1 239 |
Visitor Center | Lee County Visitor Center |
Der perfekte Tag in Fort Myers
Haben wir unser Quartier praktischerweise in einem der wiedereröffneten Motels oder Hotels in Fort Myers Beach bezogen, wachen wir am besten bei einem morgendlichen Bade im Golf von Mexiko auf. Ebenso zahlreich sind hier die kleinen Restaurants und Bars, die oft auch ein typisches amerikanisches Frühstück bieten.
Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Edison & Ford Winter Estate in Fort Myers, wo wir eintauchen in vergangene Zeiten und uns ganz wie der erfolgreiche Erfinder Thomas Edison fühlen. Der nämlich hatte hier jährlich seine Winterresidenz aufgeschlagen, welche zudem besonders Botanik-Freunden ein ‚ad on‘ bietet.
Am Nachmittag quälen wir uns ein wenig mit der Wahl, ob wir in der Edison Mall, den Miramar Outlets oder im neusten von allen dreien, dem Coconut Point ausgiebig shoppen gehen. Währenddessen schauen wir gelegentlich auf die Uhr, damit wir rechtzeitig in Fort Myers Beach zum Anbeten des Sonnenuntergang zurück sind.
Dieser wird hier am Strand regelrecht zelebriert oder lässt sich an einem einsameren Strand etwas weiter in Richtung Bonita Springs in Ruhe genießen – je nachdem, wie man es eben lieber mag. Danach ist am schönen Surf- und Sand-Strand Party angesagt.
Geschichte von Fort Myers
Die Gegend um Fort Myers profitierte schon immer von der strategisch guten Lage am Caloosahatchee River. Jede Siedlergruppe, die sich hier niederließ, erkannte und nutzte diese: Die prähistorischen Calusa Indianer bauten Erd- und Muschelhügel entlang des Flussufers. Die kampflustigen Seminolen errichteten an dieser Stelle ihre Dörfer.
Von seiner Mündung an der San Carlos Bucht verbreitert sich der Fluss auf fast zwei Meilen im Gebiet der heutigen Innenstadt von Fort Myers. Zudem gibt es zahlreiche Wasserläufe, welche die Indianer als Fluchtwege in die weitläufigen Everglades nutzten. Von dort aus stand der Weg zum Atlantik zu den Florida Keys im Süden und den undurchdringlichen Salzsümpfen nahe Cape Sable offen.
Ponce de Leon war der erste Europäer in dieses Gebiet, heißt es. Mit seinem Eintreffen wurde es erstmals auf einer britischen Landkarte um 1700 erwähnt. Fort Myers wurde 1850 zunächst als Fort im Kampf gegen den Indianerstamm der Seminolen gegründet und nach Colonel Abraham C. Myers, dem Schwiegersohn des Fortgründers und -kommandanten benannt. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs fand am 20. Februar 1865 die „Schlacht von Fort Myers“ statt, bei der es aber nur einen Toten auf Seite der Konföderierten zu beklagen gab. Die ersten Siedler ließen sich 1866 an dem seinerzeit bereits aufgegebenen Fort nieder.
Nachdem die Indianerstämme Mitte des 19. Jahrhunderts vertrieben waren, lebten konföderierte Blockadebrecher und Rinderbarone im Tal des Caloosahatchee River. Ihnen versprach der Handel mit den verbliebenen Seminolen und den ins Land drängenden Unionssoldaten Wohlstand. Captain Manuel A. Gonzales transportierte während des Bürgerkriegs Vorräte und Post und gründete anschließend in der verlassenen Garnison einen ersten Handelsposten. Hier tauschten freundlich gesonnene Seminolen ihre Tierfelle gegen Tabak, Glasperlen und Schießpulver.
1881 kam der wohlhabende Hamilton Diston aus Philadelphia ins Caloosahatchee Tal und beschloss, den Sumpf trocken zu legen. Diston baute eine Verbindung zwischen dem Lake Okeechobee und dem Caloosahatchee River, auf der Dampfschiffe vom Golf von Mexiko in den Okeechobee und den Kissimmee River hinauffahren konnten. Seit dem 24. März 1886 ist Fort Myers eigenständig und zählte damals 349 Einwohner.
Nachdem 1898 das Royal Palm Resort als erstes Winterresort errichtet wurde, entwickelte sich die Stadt zu einer beliebten Winterresidenz für wohlhabende Bürger aus den nördlichen Staaten der USA. Die bekanntesten unter ihnen sind Henry Ford und Thomas Edison. Das Ford Edison Winter Estate am McGregor Boulevard diente ihnen einst als Winterresidenz, die – wie oben erwähnt – heute besichtigt werden kann. Der Glühbirnen-Erfinder Edison erbaute sein Haus mitsamt Labor und botanischem Garten zwischen dem Fluss und dem McGregor Boulevard. Edison ließ die alte Straße mit stattlichen Königspalmen bepflanzen, die auch heute noch als Wahrzeichen der Stadt gelten und ihr den Beinamen „City of Palms“ gaben.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog es auch viele Nordstaatler nach Fort Myers, die hier in Land und Immobilien investierten. Die Eröffnung des Tamiami Trail, der Tampa mit Miami verbindet, führte zu einem weiteren Boom in den 20er Jahren.
In den 40er Jahren bekam Fort Myers den ersten Flughafen und war das Zuhause für viele Soldaten, die sich nach Ihrer Armeezeit dort ansiedelten. Der Bau der ersten Brücke über den Caloosahatchee River im Jahr 1924 löste einen städtebaulichen Entwicklungsschub aus und machte Fort Myers zur größten Stadt zwischen Tampa und Miami. Ihr folgten die umliegenden Gemeinden Fort Myers Beach, North Fort Myers und Cape Coral.
Im Jahr 1983 wurde der Southwest Florida International Airport eröffnet und mit ihr kamen die Touristen und noch mehr sogenannte Snowbirds, die sich den Winter hier mit Sonne vertreiben. Heute wird die Stadt oft gern als Rentnerparadies bezeichnet. Schaut man sich allerdings das jährlich beliebte Springbreak in Fort Myers Beach an, wird man schnell eines Besseren belehrt.